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Für wen wirbst du?

Kürzlich lautete das Thema einer Predigt in unserer Gemeinde: "Welche Methoden gebraucht Satan, um unser geistliches Leben zu töten?" Dies zu wissen ist möglich und notwendig, "... damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Gedanken sind uns nicht unbekannt" (2. Kor. 2,11). Auch wurde in jener Versammlung von Studien der Konsumforschung berichtet, die ergeben hatten, dass wir z.B. unsere Kaufentscheidungen nicht, wie wir meinen, rational treffen, sondern zu 70-80% nach Gefühlen und Wertschätzungen. Ich dachte darüber nach und kam zu der Überzeugung, dass auch Satan den Faktor "Wertschätzung" in seiner Strategie zu gebrauchen versucht. Sein Ziel ist es nämlich, das Christentum möglichst unattraktiv darzustellen.

Als ich mich dann auch an etliche Zeugnisse erinnerte, konnte ich diesen Zusammenhang noch deutlicher erkennen. In diesen Zeugnissen erzählten Geschwister, wie sie die Entscheidung, sich zu bekehren, nicht aufgrund einer Predigt oder Belehrung getroffen hatten. Vielmehr waren sie von dem "Wohlgeruch" angezogen worden, der von dem reinen und heiligen Leben einzelner Christen ausströmte (vgl. 2. Kor. 2, 15). Diese Christen waren durch ihren Wandel eine lebendige Werbung für das Christentum. Solch eine positive Werbung fügt dem Reich Satans großen Schaden zu. Darum ist er bestrebt, diesen Einfluss zu mindern oder zu ruinieren.

Er weiß, dass nur die Sache gut voran kommt, in die man viel Zeit und Energie investiert. Daher versucht er die Aufmerksamkeit der Christen vom Reich Gottes weg und stattdessen auf irdische Dinge zu lenken. Er will ihnen einreden, dass das Eine dringend getan werden sollte, dass man das Andere ausprobieren müsste und dass man wiederum das Nächste auf keinen Fall versäumen darf. Gelingt ihm dies, so wird die Behauptung des Christen, er strebe nach der ewigen Seligkeit, einfach lächerlich klingen. Wenn auch dabei keine Sünde begangen wird, so hat der Teufel doch in gewisser Hinsicht einen Gewinn: Es wird doch niemand so dumm sein, einem Christen Glauben zu schenken, der zwar von einer wichtiger Sache redet, selbst aber nach ganz anderen Dingen strebt! Auf diese Weise kann man nichts "verkaufen".

Der Versuch, zwei Herren gleichzeitig zu dienen (Gott und der Welt) zieht noch ein weiteres Übel nach sich: Man ist im Bezug auf das eigene Lebensziel zerrissen. Das verursacht Unsicherheit. Und wo Unsicherheit ist, da ist auch kein Mut. Wo kein Mut ist, da ist auch kein Widerstand. Satan weiß, dass man in das Reich Gottes "mit Gewalt" hineindringen muss. (Lk. 16,16). Und ein Mutloser kann doch kein überzeugender Kämpfer sein! Früher wurden im Krieg in manchen Armeen Deserteure erschossen. Zu groß ist die moralische Wirkung...

Wo man nicht entschlossen seine Zeit dem Dienst im Reich Gottes widmet, da kommt man auch immer wieder zu kurz und zu spät. Dabei braucht Satan uns auch nicht unbedingt zu einer Sünde zu verleiten. Er ist auch zufrieden, wenn wir eine Zeitlang Nachrichten lesen, uns dann z.B. einen wissenschaftlichen Film anschauen und schließlich noch ganz kurz (kann doch nicht sein, dass es mehr als eine halbe Stunde war!) über unnütze Dinge plaudern. Etwas Gartenarbeit, etwas Büroarbeit (Dieser Papierkram! Der Stapel mit Briefen und Formularen darf doch nicht immer grösser werden), dann ein Spaziergang - es gibt eine Menge Kleinigkeiten, die auch wichtig sind, aber das geistliche Leben ersticken, wenn sie den ganzen Tag ausfüllen und wenig Raum fürs Geistliche lassen. Die Freude im Herrn geht dann schnell verloren. Obwohl Jesus versprochen hat, dass wir Leben "in Überfluss haben" können (Joh. 10,10), so ist das nur in Gemeinschaft mit Ihm möglich. Satan weiß das und will uns von dieser Quelle trennen. Die Folge: Unzufriedenheit. Später tritt an die Stelle der Dankbarkeit das Murren. Und weil in der Natur des Menschen eine Neigung liegt, die Ursache des Übels nicht bei sich, sondern bei einem anderen zu suchen, so kommt es schließlich so weit, dass in seinen Augen auch in der Gemeinde alles verkehrt und schlecht ist. Wenn dann noch Geschwister in der Gemeinde kritisiert werden oder man gar über sie lästert, so ist im Lager Satans die Schadenfreude groß. Es ist eindeutig: Wer solch eine "Werbung" gehört hat, wird niemals in die Versammlung kommen!

Wenn das Leben des Christen die innige Freude in dem Herrn verliert, dann will er doch die äußere Frömmigkeit beibehalten. Er versucht, den guten moralischen Eindruck eines Christen zu vermitteln, indem er an gewissen Geboten und Verboten festhält. Solch ein Verhalten fördert der Teufel, da er weiß, dass ein Leben "unter dem Gesetz" eine Sklaverei ist. Er weiß, dass solch ein Leben seine abstoßende Wirkung nicht verfehlen wird. Selbst unter prominenten Gottesleugnern findet man solche, die in "christlichen" Familien aufgewachsen sind und für immer von allem Göttlichen abgeneigt sind. Menschen, deren Eltern Heuchler waren, ist es schwer zu glauben, dass jemand anderes dem Herr Jesus aus reinem Grund dienen kann.

Auch ein lockerer Gottesdienst ist dem Teufel sehr willkommen. Wo man zwischen dem Wort Gottes Spaß und Dummheiten hineinstreut, da wird auch der Ernst der Sache ganz verwässert. Hier geht es nicht mehr um Leben und Tod, Himmel und Hölle. Dies verschwindet im Hintergrund. Der christliche Glaube verkommt in seiner lebenspraktischen Ausübung zu einem Hobby. Und gegen die Ausübung eines solchen Hobbys hat der Teufel nichts einzuwenden.

Der Psalmist sagt: "... habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt." (Ps. 37,4). Nur mit ganzem Herzen dem Herrn dienen ist Gott wohlgefällig. Nur dies bringt Sieg und Freude in Seinem Dienst und wirkt als positive Werbung für das Reich Gottes.

W. E.

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Die große Gelegenheit

Mehr als zuvor nehmen wir in dieser Zeit, in der wir leben, wahr, wie stark die Menschen von den Angeboten auf dem Markt und im gesellschaftlichen Leben "beeinflusst" werden. Beeinflusst wird der Mensch in gewisser Weise ja immer von seiner Zeit, in der er lebt und er passt sich immer - bewusst und unbewusst - den Verhältnissen an.

Fortschritt und stetig zunehmende Technologisierung sind seit jeher das Bestreben der Menschen gewesen. Es ist erstaunlich, was die Menschheit bis heute schon alles auf die Beine gestellt hat, zu welch einem Wissen und welcher Erkenntnis sie schon in allen Lebensbereichen gelangt ist. Man kann nur staunen, was die Menschheit technisch schon erzeugt hat. Wenn man nur z.B. an den Stand der Möglichkeiten in der Raumfahrt und Informationstechnologie denkt, so ist es beinahe unbegreiflich, wie sich jemand so was ausdenken konnte. Es ist auch erstaunlich, wie erfinderisch, anpassungsfähig und wandelbar die Kreatur Mensch ist. Sie hält Schritt mit dem Fortschritt. Belastbarkeit, Aufnahmefähigkeit und auch die Lebenserwartung sind stetig gestiegen. Jeder Mensch muss sich, ob er es will oder nicht, den Herausforderungen stellen und sich in gewisser Weise "dem Stand der Dinge" anpassen. Menschen, die heutzutage zum Beispiel noch kein Handy oder keinen Internetanschluss haben sind eine Seltenheit. Dies zeigt, wie eingeflochten wir in die Welt und das gesellschaftliche Leben sind. Ohne sie ist es schon fast unmöglich, in unserer "modernen Welt" auszukommen. Neben dem großen Nutzen und den Vorteilen die Handys und Internet bieten, sind sie aber auch zum beliebten Unterhaltungsmedium geworden. Ihr Gebrauch überschreitet vor allem bei Jugendlichen schon oftmals das normale Maß, so dass man von Suchterscheinungen reden muss. Ein Leben ohne Handy und Internet würde dann sinnlos und leer erscheinen.

In dieser Welt leben auch die Kinder Gottes. Sie stehen in einem ständigen Spannungsverhältnis. Sie erkennen den Nutzen, sehen aber auch die Gefahren, die so manche Erfindungen mit sich gebracht haben. Die Gefahr betrifft das geistliche Leben und der Weltgeist strebt immer gegen den Geist Gottes – sie sind entgegengesetzt. Das Wort Gottes warnt und rät uns: „Habt nicht lieb die Welt, noch was in ihr ist (...)" (1. Joh 2,15). Dies meint nicht, dass wir uns nicht auch Dingen in der Welt, in der wir leben, erfreuen können –. Vielmehr meint es die Herzenseinstellung, die wir zur Welt haben sollen. Behält Gott immer den ersten Platz in meinem Leben? Fühle ich mich als ein Pilger und Fremdling auf der Erde, dessen Heimat der Himmel ist? Ist mein Blick immer himmelwärts gerichtet und habe ich das Verlangen, mich vom Geist Gottes beeinflussen und sicher durchs Leben führen zu lassen? Wer sich Kind Gottes nennt, dessen Lebenssinn muss sich ganz in Gott erfüllen. Es muss das Empfinden haben, dass ein Leben ohne Gott sinnlos und leer ist. Kinder Gottes stehen in dem Spannungsverhältnis zwischen Anpassung und Meidung, zwischen Befürworten und Ablehnen. Dazu müssen wir Gott um Weisheit für das richtige Handeln bitten. Viele Christenbekenner in der Vergangenheit – vielleicht auch heute noch – wählten den Weg der Askese. Sie gingen in die Einsamkeit in Abwendung von der Welt, in Wüsten oder Klöster. Dort, so glaubten sie, könnten sie unbeeinflusst von der Welt leben und Gott recht dienen. Doch dies ist nicht der biblische Weg, denn Christus bat Gott: "Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnimmst, sondern dass du sie bewahrst vor dem Bösen" (Joh 17,15). Und wie verhielt sich Jesus, unser Vorbild? Er suchte immer wieder für kurze Zeit auch die Einsamkeit, um allein mit Gott zu sein. Dort erhielt er Kraft aus der Höhe und Weisheit für den nächsten Schritt. Dann ging er wieder gestärkt unter die Menschen, um ihnen das Evangelium zu verkündigen und zu dienen. Wir können davon ausgehen, dass er nur solche Dinge tat, die zur Verherrlichung Gottes dienten und nur soweit Gemeinschaft mit Menschen suchte, wie er Gelegenheit hatte, ihnen von Gott zu erzählen und ihnen hilfreich zu sein. Jesus selber ruft uns zu, Salz und Licht der Welt zu sein. Lasst uns an Jesu Leben ein Beispiel nehmen.

Apostel Paulus schrieb an die Thessalonicher: "Prüfet alles und das Gute haltet fest." (1.Thess 5, 21). So auch wir: Alles, was in der Welt ist, müssen wir auf seinen Nutzen, seinen Wert und seine Brauchbarkeit für unser Seelenheil, für das Wohl unseres Nächsten und das Werk Gottes hin prüfen. So können auch die Kinder Gottes nützlichen Gebrauch von den neusten Erfindungen machen. Man sagt, dass die größte Erfindung aller Zeiten die Buchdruckmaschine war. Welch ein unglaublicher Fortschritt wurde dadurch auch in der Verbreitung des Wortes Gottes erzielt! Die Erfindung der Dampfmaschine und des Verbrennungsmotors sind Meilensteine in der Entwicklung der Mobilität. Auch durch sie konnte das Evangelium schneller und weiter Verbreitung finden. Heute können wir in Minuten- und Sekundenschnelle die entferntesten Gegenden auf der Erde über Telefon und Internet erreichen. Es gibt keine Zeiten, keinen Ort, keine Umstände, in denen es nicht möglich wäre das Werk Gottes voran zu treiben und in denen Gott nicht Möglichkeiten und Gelegenheiten eröffnet, ihn zu verherrlichen und für ihn zu wirken – auch in den widrigsten Umständen. Wir lesen in der Apostelgeschichte, dass gerade durch die Christenverfolgung das Evangelium verbreitet wurde.

Es gibt ein Sprichwort das heißt: Wie dein Herz, so deine Welt. Unsere Herzenseinstellung bestimmt unsere Blickrichtung. Darum ist es notwendig, den richtigen Grund und Boden zu schaffen, um die Blickrichtung auf den Himmel nicht zu verlieren. Machen wir das Wort Gottes zu unserem Kompass, den Heiligen Geist zu unserem Führer und Jesus zu unserem ständigen Wegbegleiter, so bleiben wir auf dem richtigen Weg durch die Welt. Dann werden wir auch unsere Zeit und alle Erscheinungen in der Welt richtig beurteilen und nutzen können. Wir wollen uns von Gottes Willen leiten lassen, danach streben im geistlichen Leben zu wachsen du, um auf diese Weise viel Frucht zu bringen. Aber Dinge, die für unser geistliches Leben schädlich sind und in uns fleischliche Begierden erwecken, müssen wir meiden (vgl. 1. Petr 2,11 und 1. Kor 6,12). Lasst uns zukunftsorientiert und voller Tatendrang sein. Es gilt, richtig in die Zukunft zu investieren und unsere Kräfte und Interessen Gott zu weihen. Lasst uns wachsam und aufmerksam durch die Welt gehen und stets im Gebet Kraft und Weisheit von Gott erbitten. Es lohnt sich!

L. F.

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Den meisten Christen ist ihr Glaube sehr wichtig. Wie man dieses lebenswichtige Ziel nicht verfehlt wurde in unsrer Predigt vom 22.11.2009 erklärt. Weil das Thema aktuell ist, wollen wir die Predigt hier als aktuellen Beitrag wiedergeben.

Glauben, bekennen, bezeugen und beweisen

Es geht darum, würdig zu sein, einmal in die selige Ewigkeit eingehen zu können. Unser Ziel ist es, einmal Jesus zu sehen und ewig mit ihm, sowie mit allen anderen Kindern Gottes und allen Engeln Gemeinschaft zu haben. Das ist unser aller Ziel, danach streben wir und das ist auch richtig. Aber es ist auch erforderlich, dass wir beobachten und prüfen, ob wir auch recht stehen. Wohl sind wir zu diesem Ziel hin ausgerichtet, doch Jesus sagte: "Viele werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können" (Lk. 13,24). Das ist das Gefährliche. Mit Traurigkeit nimmt man bei manch einem wahr, dass er danach strebt, hineinzukommen, es ihm aber vermutlich nicht gelingen wird. Im Hinblick auf jemand anderen mögen wir denken: "Dieser wird bestimmt hineinkommen." Doch mit Sicherheit können wir auch dies nicht sagen, denn Jesus spricht: "Viele Erste werden Letzte und Letzte Erste sein" (Mt. 19,30). Darum sind wir keine Richter. Wir können es vielleicht ahnen oder von jemand eine bestimmte Meinung haben, aber ganz gewiss kann niemand beurteilen, wie es um das Heil eines anderen steht. Wir lesen jedoch auch in der Bibel, dass jeder Mensch vor dem Abscheiden ein gewisses Zeugnis bekommt, das man nicht leugnen kann. Doch auf uns, die wir noch auf dem Weg sind, trifft das Wort des Apostels Paulus zu, in dem es heißt: "Wir sind wohl selig, aber in der Hoffnung" (Röm. 8,24). Denn wir sind noch im Glauben und nicht im Schauen. Wir müssen glauben und eine feste Gewissheit haben, aber dennoch sind wir noch im Kampf, sodass wir noch nicht sagen können: "Ich habe es erreicht", oder wie der Apostel Paulus schreibt: "Brüder, ich denke von mir selbst nicht, es ergriffen zu haben; eines aber tue ich: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus" (Phil. 3,13-14). Das lasst uns tun, danach lasst uns streben.

Was umfasst jedoch dieses Streben? Was ist dazu nötig, um dies auch wirklich in der Tat beweisen zu können? Ich möchte uns hierzu ein Wort aus der Apostelgeschichte bringen. Wir lesen dort vom Kerkermeister, der sich in der Nacht, da Paulus und Silas sich im Gefängnis befanden, bekehrte. Er stelle die Frage: "Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich errettet werde?" (Apg. 16,30). Was hat Paulus ihm da geantwortet? "Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus"" (Apg. 16, 31). Der Glaube wurde gefordert, sonst nichts. Ist dies nun alles, was nötig ist, um in den Himmel zu kommen? Müssen wir nur glauben und sonst nichts mehr tun? Als die Juden fragten: "Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken?", antwortete Jesus ihnen: "Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat." (Joh. 6, 28-29) Auch hier wurde nur der Glaube gefordert und sonst nichts.

Ist das aber alles? Nein, das ist nicht alles, aber das ist das Notwendigste am Anfang. Denn wir lesen ja auch in der Bibel, dass selbst die Dämonen glauben, doch sie zittern (Jak. 2,19). Es hilft nämlich dem auch nicht, der weiß, dass es einen Gott gibt, aber nicht seinen Geboten entsprechend lebt. Der Glaube, der hier gefordert wird, beschränkt sich nicht lediglich auf die Anerkennung Jesu als Gottes Sohn. Ich muss darüber hinaus auch glauben, dass er für meine Sünden gestorben und somit mein persönlicher Retter ist. Es bedeutet, das Geschenk der Erlösung anzunehmen, indem ich meinen sündigen Zustand erkenne und ausrufe: "Herr, vergib mir meine Sünden!" Wenn wir uns den Schächer am Kreuz vor Augen führen, so sehen wir, dass er nur diesen Glauben hatte. Er hatte gesagt: "Gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst" (Lk. 23,42). Das war alles. Und Jesus sagte: "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein" (Lk. 23,43). Dies bezieht sich jedoch, wie gesagt, auf die Bekehrung. Der Mensch muss glauben, dass Gott ist "...und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird" (Heb.11,6). Wenn ich ihn anrufe und ihn um Vergebung bitte, so ist es wichtig, dass ich nicht daran zweifle, dass Gott mir die Sünden vergibt. Es gibt ja Menschen, die dies bezweifeln und daher jahrelang darum ringen. Sie meinen, weil sie so belehrt wurden, dass man sich durchringen muss. Was ist dieses Durchringen? Dieses Durchringen ist nichts anderes, als Unglaube. Wenn wir die Bibel lesen, so sagt sie uns ganz klar und deutlich: "Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit" (1. Jo. 1,9). Wenn ich dies bezweifle und flehe: "Herr, vergib mir meine Sünden!", und damit vielleicht stunden-, tage- oder jahrelang fortfahre, wie manche behaupten, dass es notwendig sei, so beweist dies, dass ich der Schrift nicht glaube. Ich gründe meinen Glauben nicht auf die Bibel, sondern auf ein gewisses Gefühl, auf gewisse Zeichen, die geschehen sollen oder auf eine Anerkennung von Jemandem, der bezeugen kann: "Ja, du bist jetzt bekehrt, du bist jetzt durchgedrungen". Das ist alles menschlich.

Weiterhin sagt uns die Schrift, dass, wenn wir an die Erlösung durch Jesus Christus glauben, wir auch unsere Sünden bekennen müssen. Wir lesen, dass das ganze Land Juda an den Jordan kam und seine Sünden bekannte. Auf dieses Bekenntnis hin wurden sie dann auch von Johannes dem Täufer getauft. Das Bekennen ist also das nächste, was der Mensch tun muss. Es nützt nichts, wenn der Mensch glaubt, dass Gott existiert, dass er seinen Sohn gesandt hat und dieser für unsere Sünden gestorben ist. Dies alles errettet ihn nicht, wenn er seine Sünden nicht bekennt. Ich habe schon viele Menschen angetroffen, die mir sagten: "Wofür soll ich denn Buße tun? Ich habe nicht getötet, ich bin immer ein ehrlicher Mensch gewesen. Ich habe nicht gehurt, habe nicht die Ehe gebrochen. Ich habe keinen Diebstahl begangen. Wofür soll ich denn Buße tun? Ich bin ein gerechter Mann, ich habe nicht gesündigt. Du kannst mich keiner einzigen Sünde beschuldigen." Es mag sein, dass Gott sie vor groben Sünden bewahrt hat, aber durch vieles, von dem sie vielleicht meinen, dass es keine Sünde sei, haben sie sich doch vor Gott schuldig gemacht. Es heißt ja, dass alle Ungerechtigkeit Sünde ist und wir uns auch versündigen, wenn wir es unterlassen Gutes zu tun, sofern wir die Möglichkeit dazu haben (1 Jo. 5,17; Jak. 4,17). Bist du allem nachgekommen, hast du das alles erfüllt? Kannst du dich wirklich vor Gott rechtfertigen und behaupten, dass du nicht gesündigt hast? Gott wird dir das alles vor Augen führen. Es ist wichtig, dass man seine Sünden bekennt; zum einen vor Gott.

Und wenn man vor Gott seine Sünden bekannt und Vergebung der Sünden empfangen hat, so ist auch ein Bekenntnis vor Menschen wichtig. Die Schrift spricht nicht nur viel vom Glauben, sondern auch vom Bekennen. Dies Bekennen geschieht durch die Taufe, indem ich vor Gott, den Engeln und den Menschen bekenne und bezeuge, dass ich in Sünden tot war und zu einem neuen Leben mit Gott auferstanden bin. Jesus sagte: "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden." (Mr. 16,16) Wenn Gott mir meine Sünden vergeben hat, ich mich aber auch vor der Regierung versündigt habe, indem ich etwa gestohlen habe oder ganz persönlich vor einem Menschen schuldig geworden bin, indem ich ihn vielleicht beleidigt oder misshandelt habe, so muss ich dies auch in Ordnung bringen. Ich muss kommen und um Vergebung bitten. Man muss zurückerstatten, was man sich nicht auf rechte Weise angeeignet hat. Wird es mich retten, wenn ich Gott um Vergebung bitte, aber dieses und jenes nicht in Ordnung bringen will? Wenn ich meine Schuld nicht auch vor den betreffenden Menschen bekennen will, so wird meine Bekehrung nicht vollkommen sein. Das Bekenntnis ist wichtig für uns alle. Wichtig ist aber ebenfalls, dass wir auch andere Dinge bekennen. Wir lesen zum Beispiel in der Apostelgeschichte, dass manche Zauberei getrieben haben oder sich Wahrsagen ließen. In solch einem Fall ist es wichtig, ein öffentliches Bekenntnis abzulegen, damit man vom Anspruch dieser Geister frei wird, mit denen man einst in Kontakt war. Besonders in der heutigen Zeit sind viele belastet. Es gibt viele Menschen, die zu Psychiatern oder zu Wahrsagern gehen. Solche Menschen sind belastet und leiden häufig unter Schlaflosigkeit, Ängsten, Depressionen und vielen anderen Dingen, die von diesen Geistern hervorgerufen werden. Daher ist es in dieser Hinsicht wichtig, ein öffentliches Bekenntnis abzulegen.

Aber ist das schon alles? Nein, das ist immer noch nicht alles. Wenn ich Gott meine Sünden bekannt habe, dann ist es wichtig, dies auch zu bezeugen, nicht nur zu bekennen. Wenn ich dies nicht vor den Menschen und vor der Gemeinde bezeuge, ja, überall, wo ich bin, dann bin ich darin dem Herrn nicht vollkommen wohlgefällig. Wir sollen Zeugen sein. Gott erwartet von einem jeden von uns, dass wir ein Zeugnis ablegen. Wir lesen in der Offenbarung, dass bezüglich jener, die in weißen Kleidern einhergingen, die Frage gestellt wurde: "Woher sind sie gekommen?" (Off. 7,13). Da hieß es, dass sie durch ihr Zeugnis überwunden haben. Wir lesen von den Aposteln nicht, dass sie zu Anfang große Predigten hielten. Ihre größte Aufgabe bestand darin, ein Zeugnis abzulegen, von dem, was sie gesehen und was sie mit Jesus erlebt hatten. Sie waren lebendige Zeugen des Lebenswandels, des Sterbens und der Auferstehung Jesu. Dieses Zeugnis hatte gewirkt. Auch wir müssen uns ein Beispiel davon nehmen. Jesus nimmt es ernst mit dem Bekenntnis. Er sagt: "Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist." (Mt. 10,32) Wenn uns Menschen ansprechen und wissen wollen, warum wir anders sind, als andere Menschen, dann dürfen wir nicht sagen: "Ich bin gut erzogen", oder "Meine Mutter war fromm". Wenn wir nicht bezeugen, was Jesus an uns getan hat und nicht bekennen, dass wir Christen sind, dass wir Kinder Gottes sind und die Erlösung wirklich in unserem Leben erfahren haben, dann trifft das Wort Jesu auf uns zu, in dem es heißt: "Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist." (Mt. 10,33)

Darum ist es wichtig, dass wir bekennen und von dem zeugen, was Jesus an uns getan hat. Wir müssen bezeugen, dass Jesus uns unsere Sünden vergeben hat und dürfen nicht still sein. Als die Jünger Jesu bei dessen Einzug in Jerusalem riefen: "Gepriesen sei der König, der da kommt im Namen des Herrn!" (Lk. 19,38) und die Pharisäer zu Jesus sagten: "Lehrer, weise deine Jünger zurecht!" (Lk. 19,39), da sprach Jesus: "Wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien" (Lk. 19,40). Wie ist es aber bei uns? Wie reagieren wir auf all das, was Gott an uns getan hat? Sind wir lau und träge? Sind wir vielleicht auch wie die Propheten im Altertum, die Gott als stumme Hunde bezeichnete, die nicht bellen können? Wenn wir nicht zeugen und still sind, so kann Gott dies niemals gefallen und billigen. Wie auch immer wir uns entschuldigen mögen, Gott erwartet ein Zeugnis von uns, wie auch Jesus dies von den zehn Aussätzigen erwartete, die er geheilt hatte. Doch nur einer kam zurück und lobte Gott. "Wo sind die neun?", fragte Jesus. "Sind denn nicht zehn Aussätzige rein geworden?" (Lk. 17,17). Wie steht die Frage heute an uns? Kommen wir alle dieser Aufforderung Jesu nach oder gehen manche ihres Weges, still, wie stumme Hunde und meinen, dass dies alles selbstverständlich sei, weil Gott gezwungen ist, so an uns zu handeln? Man kann natürlich nicht wissen, wie ein jeder denkt, aber die meisten Menschen geben Gott nicht die Ehre. Sie bezeugen nicht, was Gott an ihnen getan hat. Jesus aber sagte: "Ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde." (Apg. 1,8) Jesus fordert von uns, dass wir bezeugen, was er an uns getan hat, - dass er uns unsere Sünden vergeben hat. Wenn er uns den Heiligen Geist geschenkt oder uns gesund gemacht hat, so müssen wir dies bezeugen und dürfen nicht still sein. Wenn Gott uns in einer Gefahr bewahrt hat, so müssen wir auch davon zeugen und ihn dafür loben und preisen. Wir dürfen Gott nicht einfach nur im Stillen danken. Dann wäre das Werk nicht vollkommen. Wir sind nicht vollkommen wohlgefällig vor Gott, wenn wir dem nicht nachkommen. Gott erwartet von uns mehr. Wenn wir ihm nur im Stillen danken, so genügt dies nicht. Gott will außerdem, dass wir unsere Dankbarkeit vor allen bezeugen.

Wir sollen aber nicht nur mit dem Mund bezeugen, dass wir seine Jünger sind, sondern unser äußerer Mensch muss auch davon ein Zeugnis geben. Unser Wandel und unsere Kleider, unsere Frisur, unser Benehmen und vieles mehr müssen davon zeugen, dass wir Kinder Gottes sind. Es ist nicht so, wie in manchen Bewegungen gelehrt wird, dass Gott das Äußere nicht ansieht und nur auf das Herz schaut. Menschen, die so etwas glauben, sind betrogen. Jesus sagte: "Reinige zuerst das Inwendige des Bechers, damit auch sein Auswendiges rein werde." (Mt. 23,26) Solche, die glauben, dass das Äußere keine Rolle spielt, kommen dieser Aufforderung Jesu nicht nach. Sie meinen, dass das Inwendige der Schüssel zu reinigen genüge, und das Äußere, das an der Schüssel unrein ist, das braucht man nicht zu reinigen. Dies aber hat Jesus nicht gelehrt. Jesus sagte, zuvor nur soll das Inwendige gereinigt werden, auf dass das Äußere auch rein werde. Wenn das Inwendige wirklich ganz rein ist, dann kann das Äußere nicht unrein bleiben, denn das wäre ein Widerspruch. Beide Seiten müssen harmonieren. Wenn meine Kleider nicht einem wahren Kind Gottes entsprechen, dann zeigt dies, dass mein Herz nicht in der rechten Stellung zu Gott steht. Ich stehe nicht so geweiht und gehorsam vor Gott, wie er es haben will.

Meine Kleider zeugen dann davon. Ich erinnere mich an Alex, einen fünfjähreigen Jungen, der einem Mann, mit dem er im Gespräch war, entgegnete: "Deine Kleider zeigen nicht, dass du ein Christ bist. Solche Kleider, wie du sie trägst, tragen die Christen nicht". So musste dies ein Fünfjähriger einem erwachsenen Mann sagen! Er konnte bereits erkennen, dass die Kleidung jenes Mannes einem wahren Kinde Gottes nicht entspricht. Wir müssen es genau nehmen, denn wir werden nicht nur von Kindern beurteilt, sondern der Apostel Paulus sagt: "Denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen" (1. Kor. 4,9). Die Welt und auch die Engel schauen auf uns. Wenn ich mit meinem Munde biblische Wahrheiten bezeuge, aber meine Kleidung nicht mit dem Zeugnis meines Mundes übereinstimmt, dann ist mein Zeugnis nichtig. Wir müssen sehr wohl mit unserem Mund bezeugen. Wenn wir mit Ungläubigen ins Gespräch kommen, so müssen wir bezeugen, dass wir in der Wahrheit sind. Wir müssen ihnen erklären, was die Wahrheit beinhaltet, was die wahre Lehre Gottes von einem Menschen fordert. Das darf nicht verschwiegen werden. Wir dürfen nicht still sein und andere Religionen oder Bewegungen tolerieren und uns somit neutral verhalten, wie manche es fordern. Bei Christus gibt es keine Neutralität. "Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut", sagte Jesus. (Mt. 12,30) Darum betrachtet Jesus auch unsere Handlungen, ob sie wirklich von der Wahrheit zeugen.

Um die Wahrheit zu bezeugen, müssen wir uns auch in der Bibel auskennen. Ich habe von einer Begebenheit gehört, wo eine Krankenschwester anwesend war, als ein Mann im Sterben lag. Jener Mann wollte von der Krankenschwester wissen, was er tun solle, um gerettet zu werden, da er erkannt hatte, dass er ein Sünder war. Doch sie konnte ihm nichts antworten, weil sie selbst nicht bekehrt, weil sie selbst kein Kind Gottes war. Sie konnte ihm nichts sagen. Wenn aber ein Bekehrter, welcher weiß, was zu sagen ist, die Wahrheit verschweigt... Wir, als Kinder Gottes, müssen solchen Unbekehrten sagen, was notwendig ist, um errettet zu werden. Jemand, der am ertrinken ist, greift auch nach einem Strohhalm. Wenn wir einem solchen nun nicht das Rettungsseil zuwerfen und sagen: "Ergreife dieses Seil, und du wirst gerettet!", dann sind wir schuldig. Dann kann es sein, dass diese Seele uns einmal vor Gott beschuldigen wird und sagt: "Ich war in einer Lage, in der ich nicht erkennen konnte, was zu tun ist. Und dieser Mensch wusste es, aber er verschwieg es mir, er hat nicht die Wahrheit bezeugt und mir gesagt, auf welche Weise ich gerettet werden kann". Gott nimmt es wirklich sehr ernst. Wir dürfen nicht meinen, dass wir eine neutrale Stellung einnehmen können, dass wir uns zurückhalten müssen, um niemanden anzutasten oder zu beunruhigen. Vielmehr erwartet Gott von uns ein Zeugnis. Wenn wir in der Wahrheit sind, dann müssen wir die Wahrheit auch bekennen und bezeugen, es sei denn, dass wir auf Widerstand stoßen. Ein Mensch aber, der suchend ist, muss die Wahrheit erfahren, wie der Apostel sagt: "Stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit" (2. Tim. 4,2). Es ist wichtig, dass wir mit Allem bezeugen: mit dem Mund bezeugen, mit dem Äußeren, ja, mit unserem ganzen Wandel, wie es in einem Lied heißt: "Zieret dein Wandel die Lehre, die herrliche Lehre des Herrn; lebst du vor ihm völlig heilig, folgest du ihm immer gern? Dass, wenn die Welt dich betrachtet, Jesum sie in dir kann sehn" (Evangeliumsklänge, Nr. 16).

Die Welt gibt auch auf unser Temperament Acht. In den Sprüchen 21, Vers 24 lesen wir, dass ein Mann in seinem Zorn seinen Stolz beweist. Wenn ein Mensch beim Fehlverhalten Anderer sich sofort ungeduldig zeigt, so offenbart er dadurch seinen Stolz. Wenn ein Mensch aufbrausend ist, so zeigt er damit seine Lieblosigkeit. An solchen Eigenschaften zeigt sich sein Mangel an Liebe, an Demut, an Ergebenheit u.v.m. Wenn man einen Menschen betrachtet, der in großer Not ist, der vielleicht schwer krank ist, so kann man manchmal beobachten, wie ein solcher Mensch sich verändert. Er war stolz, wie ein Palmbaum, von dem der Psalmist spricht, der grünte und der groß und prächtig war. Was ist nun aber aus ihm geworden? Im Russischen gibt es ein Sprichwort, in dem es heißt: "Er ist stiller als das Wasser und niedriger als das Gras geworden". Mancher, der erhaben und aufbrausend war, ist ganz still und niedrig geworden. Was hat ihn nun zu diesem Sinneswandel geführt? Es war das Schicksal, das über ihn gekommen ist. Erst dadurch konnte er lernen, demütig zu sein, wie auch der König Nebukadnezar, der ebenfalls stolz war. Doch Gott kann die Stolzen erniedrigen, er kann sie zur Demut führen. Dieser Nebukadnezar ließ, nachdem Gott ihn gedemütigt hatte, ein Schreiben in alle Städte seines Reiches senden, mit der Ermahnung, dass man nicht stolz sein dürfe. Er bezeugte vor der ganzen Welt, wie Gott ihn gedemütigt hatte. Gott helfe uns, dass wir nicht in eine solche Demütigung kommen, sondern uns bei Zeiten lieber selbst demütigen, anstatt hoch daherzukommen und aufbrausend im Zorn zu sein, wodurch unsere Ungeduld offenbar wird. Gott hat Mittel und Wege uns still zu machen, uns zu erniedrigen. Ich habe schon oft jenen Mann erwähnt, über den sich die Leute wunderten, weil er so sanftmütig geworden war. "Lukas, warum bist du so weich?", fragte man ihn. "Weil man mich weich geknetet hat", erwiderte er dann. Er hatte viel Bedrängnis durchgemacht und war oft unter harten Menschen gewesen, die ihn so lange geknetet hatten, bis er ganz weich geworden war. Er hatte gelernt, sanftmütig zu sein und diese Sanftmut auch gegen harte Menschen zu erweisen. Aber bis dahin hatte er nicht gewollt. Wenn der Mensch nicht will, so hat Gott Mittel und Wege, ihn dort hinzuführen, wo er ihn haben möchte. Wenn wir es nicht von selbst lernen, dann liefert Gott uns solchen groben Menschen aus. Er übergibt uns der Behandlung solcher Geister, die er gewähren lässt, um uns zu demütigen, um uns geduldig zu machen, um uns in der Liebe wachsen zu lassen und Freundlichkeit zu zeigen. Darum sollen wir nicht nur mit dem Mund bezeugen, dass wir Kinder Gottes sind, sondern auch mit unserem Temperament, mit unseren Werken - mit unserem ganzen Leben. Daher möchten wir uns befleißigen, dem auch nachzukommen. Auf meinem Arbeitsplatz, zu Hause, ja überall muss ich bezeugen, dass ich ein Kind Gottes bin und dass ich in der Wahrheit bin. Alles muss davon zeugen.

Auch die Kindererziehung muss davon zeugen, dass ich in der Wahrheit bin. Wenn wir sagen, dass wir in der Wahrheit sind, aber unsere Kinder benehmen sich so laut und ungezogen, wenn wir Besuch bekommen, dass der Gast gar nicht zu Wort kommen kann, so zeugt dies nicht von der Wahrheit. Wenn unser Wandel nicht in allen Aspekten des Lebens davon zeugt, dass wir in der Wahrheit sind, so ist das Bekenntnis unserer Lippen ungültig. Die Menschen werden es dann nicht annehmen. Auch Gott nimmt solch ein unvollkommenes Zeugnis nicht an. Gott gefällt ein solches Zeugnis, bei dem alles übereinstimmt - wenn das Zeugnis unseres Mundes mit unserem Wandel übereinstimmt: zu Hause, auf der Straße, auf der Arbeit, wo wir auch sind. Wir müssen in unserem Wandel überall beständig sein und überall ein und dasselbe Gesicht zeigen, nicht viele Gesichter haben. Darum müssen wir glauben, wir müssen bekennen, wir müssen bezeugen, aber das Wichtigste ist, dass wir es in der Tat beweisen. Gott führt es im Leben oft so, dass unser Glaube geprüft wird, zum Beispiel in Not, in Krankheit, in Sorgen. In solchen Situationen muss sich der Glaube bewähren. Als Jesus auf dem Meer war und die Wellen ins Boot schlugen, da weckten die Jünger ihn auf und riefen: "Meister, Meister, wir kommen um!" (Lk. 8,24). Daraufhin entgegnete Jesus ihnen: "Wo ist eurer Glaube?" (Lk. 8,25). Beweisen wir unseren Glauben? Er muss in den schwierigsten Momenten unseres Lebens bewiesen werden. Die Menschen wollen, dass wir unseren Glauben beweisen, nicht nur bezeugen. Wie zeigst du deinen Glauben in deinem praktischen Leben? Auch Gott will es sehen. In allen Lagen - in Not, in Gefahr, in Krankheit muss sich unser Glaube beweisen. Glauben wir an Gott oder nicht? In einem Lied heißt es: "Es deuchte mir ein andrer sollt nie erschrocken sein, dem Feinde zu begegnen und schlagen mutig drein; doch aber ich erbebte, wenn es zum Kampfe ging" (Lied Nr. 174) Wenn es beispielsweise um die Heilung einer Krankheit geht, - wir werden geprüft, und wir müssen den Glauben beweisen. Wir müssen es beweisen, dass wir glauben, dass bei Gott alle Dinge möglich sind.

Wir müssen auch unsere Liebe beweisen. Der Apostel Johannes sagt: "Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit!" (1. Joh. 3,18). In 2. Korinther 8, Vers 24 sagt der Apostel Paulus: "Erbringt den Beweis eurer Liebe". Jakobus schreibt: "Wenn aber ein Bruder oder eine Schwester dürftig gekleidet ist und der täglichen Nahrung entbehrt, aber jemand unter euch spricht zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht das für den Leib Notwendige, was nützt es?" (Jak. 2,15-16). Beweisen wir dadurch, dass wir barmherzig sind? Nein, sondern indem wir geben und Opfer bringen. Auf solche Weise bezeugen wir unsere Liebe zu den Bedürftigen. Gott will, dass wir nicht nur von Liebe sprechen, sondern uns in den schwierigen Momenten und in Trübsal als rechte Freunde, als rechte Kinder Gottes erweisen. Das ist wichtig.

Im Bezug auf unsere Weihe will Gott, dass wir unsere völlige Hingabe beweisen. Erstens sollen wir vor allen bezeugen können, dass wir den Heiligen Geist empfangen haben, indem wir Gott alles auf den Altar gelegt haben. Es ist gut, wenn wir solch ein Zeugnis ablegen können. Aber genügt dies? Nein, es ist nicht genug, wenn ich es nur bezeuge. Ich muss es auch in meinem Leben beweisen, und zwar vor vielen Zeugen, die auf meinen Wandel acht geben. Die anderen sehen, ob ich mich ganz Gott geweiht habe, ob meine Zeit, meine Kräfte, meine Familie - ob alles, was ich habe ganz dem Herrn geweiht ist. Ich muss sagen können: "Herr, führe du, regiere du in meinem Leben. Ich will alles nur zu deiner Ehre verwenden". Dies muss bewiesen werden. Wir können es nicht geheim halten. Wenn wir es auch versuchen sollten verheimlichen, so werden die Menschen es doch erkennen. Wir müssen uns auch immer im Klaren darüber sein, dass Gott es registriert. Wenn auch die Menschen es nicht beachten sollten, so nimmt Gott es doch wahr. Er wird dies alles in sein Buch aufschreiben.

Wenn ich so über die Weihe nachdenke, so muss ich sagen, dass ich schon vielen Menschen begegnet bin, die weinen, weil sie so viel zusammengespart haben und auf einmal alle ihre Ersparnisse zu Spreu geworden sind. Sie weinen und klagen über ihr Schicksal. Wir befinden uns immer noch in der Finanzkrise und wissen, dass in der Welt so manche reiche Leute viel angespart haben und auf einmal ganz arm geworden sind. Ihre jahrelangen Bemühungen Geld anzuhäufen, sind zunichte geworden. Sie haben nichts mehr. Sie können nichts mehr erwarten. Sie mögen für ihr Alter gespart haben, aber die Bank ist bankrott. Es gibt jedoch eine Bank, die nie bankrott sein wird, die auch die besten Zinsen gibt. Das ist die Himmelsbank. Jesus sagte, dass wir dort unser "Geld" aufbewahren sollen. Dort ist unser Vermögen sicher, weil dort kein Dieb nachgraben wird. Wenn wir dort unser "Geld" anlegen, so haben wir einen ewigen Schatz und machen uns auch Freunde, die uns in die himmlischen Hütten aufnehmen werden. Aber so mancher, der hier angespart hat, dessen Vermögen ist auf einmal zunichte. Wer für sich anspart und Gott nichts geben will, dem lässt Gott es widerfahren, dass der Teufel ihm auf einmal alles raubt.

Wir werden auch auf die Treue geprüft. Wir singen in einem Lied, dass die Treue belohnt wird. "Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen." (Mt. 25,23) Wer im Geringen treu ist, der wird auch im Großen treu sein. Unsere aktuelle Losung hinter dem Rednerpult heißt: "Ein treuer Mann wird viel gesegnet." (Spr. 28,20) Gott prüft, ob wir mit dem anvertrauten Gut treu umgehen. Unser ganzes Leben ist eine beständige Prüfung auf die Treue. Der Apostel Paulus schreibt in 1. Korinther 2, Vers 4: "Mein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft." Wie können wir dies beweisen? Durch das Überwinden, d.h. indem wir die Welt, allen Irrtum und schließlich auch uns selbst überwinden. Dies beweist den Geist und die Kraft. Es äußert sich nicht durch Schreien, nicht durch Klatschen oder Hüpfen. Dies ist kein Anzeichen für den Heiligen Geist. So etwas kann der Teufel auch nachahmen. Aber zu welchem Stand und zu welcher Handlungsweise ist er nicht in der Lage? Er kann sich nicht erniedrigen, er kann sich nicht demütigen, er kann nicht um Vergebung bitten. Den Geist und die Kraft zu beweisen bedeutet, sich erniedrigen zu können, indem man beispielsweise niedrige Dienste übernimmt und sich als Diener erweist. Dies zeugt von wahrer Größe. Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht. Jesus erwies seine Größe in seinem Dienen. "Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin's auch" (Joh. 13,13). "Ich aber bin unter euch wie ein Diener" (Lk. 22,27). Dies beweist die Kraft, dies beweist die Höhe, nicht etwa das Schreien und das sich Großstellen vor den Menschen. Das beweist nicht die Kraft des Heiligen Geistes. Sie beweist sich in unserem Dienst, wenn wir wirklich die Haltung eines Dieners einnehmen und uns erniedrigen wollen.

In Hebräer 6, Vers 11 sagt der Apostel Paulus, dass ein jeglicher denselben Fleiß beweisen soll. Wie viel wird davon gesprochen. In einem Lied heißt es: "Lasst uns die Fleißigsten sein, lasst uns die Eifrigsten sein" (Evangeliumsklänge, Nr. 509). "Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt." (Joh. 15,8) Das ist es, was Gott sehen will. Darin sollen wir uns beweisen. Es gilt nicht nur, dies immer wieder zu erwähnen, sondern es auch in der Tat zu beweisen. Unser Eifer für das Reich Gottes muss sichtbar werden. Wir sollen nicht nach dem Irdischen trachten, sondern nach dem Reich Gottes. Als Jesus bei den beiden Schwestern zu Besuch war und Maria zu seinen Füßen saß und zuhörte, da sagte Jesus: "Maria hat das gute Teil erwählt." (Lk. 10,42) Marta war sehr beschäftigt, allerdings mit irdischen Angelegenheiten. Jesus aber sagte: "Maria hat das gute Teil erwählt." Es ist viel zu tun, um Menschen zum Glauben zu führen, es ist viel zu tun, um Menschen im Glauben zu stärken, es ist viel zu tun mit unseren Kindern, mit unserer Jugend. Es gibt viel Arbeit. Gott ruft. Er ruft besonders nach einer Jugend, die geistlich kräftig, geistlich gesund ist, die auch die entsprechenden Gaben hat. Die Jugend muss eifrig und brennend im Geist sein. Gott will es so haben und er will, dass es in der Tat bewiesen wird. Es sollte nicht so sein, wie es bei manchen der Fall ist, die kurz vor dem Tod stehen und erst dann so recht eifrig werden wollen, wenn sie keine Möglichkeit mehr dazu haben. Sie wünschen sich dann noch einige Lebensjahre, um für den Herrn zu wirken, aber oft ist es dann zu spät. Der Tag ist vorüber; es kommt die Nacht, da niemand mehr wirken kann. Darum, solange es Tag ist, solange man jung und gesund ist, sollen wir diesen Eifer beweisen, nicht erst im Alter ihn suchen zu beweisen.

Zum Schluss möchte ich noch darauf aufmerksam machen, wie Petrus Jesus nach der Auferstehung begegnete und Jesus ihm dreimal die Frage stellte: "Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese?" "Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe", (Joh. 21,15) antwortete Petrus daraufhin. Der Herr wiederholte diese Frage zum zweiten-, zum dritten Mal und jedes Mal bezeugte Petrus: "Ja, ich liebe dich." Gott sei Dank! Doch Jesus fragt auch uns - vielleicht einmal pro Tag, vielleicht auch dreimal, vielleicht aber auch dreißig Mal. Sollen wir dann nur bezeugen, nur glauben? Nein, wir müssen es auch beweisen. Wir müssen es in der Tat beweisen, dass wir Jesus lieben. Petrus fragte den Herrn: "Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der gegen mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?" (Mt. 18,21). Was hat Jesus ihm daraufhin geantwortet? Er sagte: "Nicht bis siebenmal, sondern bis siebzigmal siebenmal" (Mt. 18,22). Man kann auch die Frage stellen: "Wie oft sollen wir geduldig sein am Tag?" Wir müssen beständig geduldig sein, worin ich mich selbst auch üben muss. Wenn ich aber Jesus betrachte, der doch Gottes Sohn war und sehe, wie er trotzdem ausrief: "Bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen?" (Mk. 9,19). Es ist nicht immer so einfach, aber Gott gibt die Kraft dazu. Wir müssen zu Jesus kommen und von ihm lernen, wie viel er erduldet hat, wie er immer die Unverständigkeit der Menschen und alle ihre Schwachheiten ertragen hat. "Tragt die Schwachen, seid geduldig gegen jedermann", heißt es in 1. Thessalonicher 5, Vers 14. Wie oft am Tag sollen wir diese Schwachheiten tragen? Beständig. Gott lässt es zu, dass wir immer wieder aufs Neue geprüft werden. Der Apostel sagt: "Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe. (Rö. 8,36)

Wie oft soll ich sagen: "Weiche von mir, Satan!", wenn schlechte Gedanken kommen? Reicht es einmal, reicht es siebenmal? Nein, siebzigmal siebenmal - fortwährend. So soll es sein. Diese Kämpfe hören nie auf. Wir dürfen nie müde werden, wie es in einem Lied heißt: "Hier gibt es keinen Stillstand und keinen Ruheort, drum lasset uns vorwärts gehen." (Lied Nr. 137) Müde werden bedeutet zurückzugehen, denn Stillstand ist Rückgang. Ein Sportler muss beständig trainieren, um in Form zu bleiben. Auch ein Musiker muss regelmäßig üben. Wenn er einen Tag nicht spielt, merkt er schon am nächsten Tag, dass er den einen Tag nicht gespielt hat. Wenn er drei Tage nicht gespielt hat, so merken es seine Freunde, wenn er aber einen Monat nicht gespielt hat, so merken es auch die anderen Leute. Es muss eine beständige Übung geben. Gott sei Dank, dass er uns jeden Tag so viele Möglichkeiten gibt! Er hilft uns, uns in Liebe und Geduld zu üben. Er prüft auch unsere Weihe und unsere Demut. Er prüft uns fortwährend! Und das ist auch gut für uns. Es ist gut, dass wir so viele Kämpfe und Anfechtungen haben, denn diese erhalten uns in der rechten Form, sodass wir im Glauben und in der Liebe nicht schwach werden. Dafür müssen wir Gott immer danken. Gott helfe uns, dass wir die Dinge aus dieser Sicht betrachten können und nicht darüber klagen, wie schwer diese Zeit ist. Gott gibt uns immer alles Nötige, was wir brauchen - die Kraft, seinen Beistand, seinen Trost. Er will uns dadurch nur tüchtiger machen und uns läutern, damit wir immer reiner werden. Im Alten Testament heißt es, dass das Gold siebenmal geläutert wird. Reicht es denn nicht wohl einmal? Ist es nicht genug, wenn man das Gold einmal erhitzt und dann alle Schlacken auf einmal beseitigt? Nein, es muss siebenmal geprüft werden. Und wir fragen: "Ist es genug, wenn wir siebenmal am Tag in solch einen glühenden Ofen hineinkommen?" Nein, das ist nicht genug. Wenn wir auch siebzig Mal hineingehen, so müssen wir Gott immer danken, denn es ist nur zu unsrem Besten. Es schadet uns nicht, denn Jesus will nur die Schlacken wegnehmen. Er will nur das wegnehmen, was ihm nicht wohlgefällig ist. Er will den fleischlichen Sinn wegnehmen. Der Geist aber wird dadurch gestärkt. Gott helfe uns, dass wir nicht müde werden, sondern immer vorwärts gehen und unserem Meister, Jesus Christus, immer ähnlicher werden. Gott helfe uns dazu allen aus Gnade. Amen.
H. E.

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Was ist wichtig?

Vor Kurzem fand eine Versteigerung von uralten Weinflaschen aus dem Keller eines Nobelrestaurants in Paris statt. Der höchste Preis wurde für eine Cognacflasche aus der Zeit vor der französischen Revolution gezahlt: 25.000 €.

Man kann sich manchmal nicht vorstellen, was manche Menschen für wertvoll erachten und wofür sie bereit sind, Geld auszugeben und ihre Zeit investieren.

Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von dem, was für ihn wertvoll und erstrebenswert ist. Dieses sind die Dinge, die ihn zu seinem Tun oder nicht Tun im Zeitlauf bewegen. Was uns kostbar ist, bewahren und bewachen wir wie unseren Augapfel und unsere ganze Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet - ja, unser ganzes Herz hängt daran.

Man kann viele wertvolle Dinge im Leben aufzählen. Zum Beispiel die Gesundheit. Wirklich, man kann sich glücklich schätzen, wenn man morgens gesund aufwachen darf und keine Schmerzen leiden muss. Um zu gesund bleiben investieren manche viel Zeit und Geld. Aber: "Nicht umsonst ´heißt es`: »Den Körper zu trainieren bringt nur wenig Nutzen, aber sich in der Ehrfurcht vor Gott zu üben ist in jeder Hinsicht nützlich, weil dem, der Gott ehrt, wahres Leben versprochen ist - sowohl in dieser Welt als auch in der zukünftigen.« 1. Tim 4:8 NGü

Unsere Erde ist auch wertvoll. Vor kurzem richtete die ganze Welt ihre Aufmerksamkeit auf die Klimakonferenz in Kopenhagen. Mit Schrecken sind jetzt auch die letzten Nationen über die katastrophale Klimaprognose erwacht. Nur mit vereinten Kräften kann der verheerende Prozess des Klimawandels vielleicht noch etwas verzögert werden. Aber was nützen jetzt alle Anstrengungen zur "Rettung der Welt" , wenn die Erde und das Leben bald zuende geht. Doch die Erde und die Menschen werden nicht in ein Nichts vergehen; es wird aber ein Ortswechsel stattfinden - vom Irdischen in die Ewigkeit. Wo wird die Seele dann sein?

Von unschätzbarem Wert ist auch die Zeit. Wer kann sie festhalten, wer kann sie sammeln; kann sie jemand verwalten? Die Welt sagt: Zeit ist Geld! Die Bibel sagt: Zeit ist Gnade! Gott ist geduldig und schenkt noch Zeit, aber nur, damit Menschen jetzt noch die Gelegenheit haben, zu Gott zu kommen und Vergebung zu suchen.

Gute, nützliche Bücher sind auch von großem Wert. Aber was nützen einem alle guten und nützlichen Bücher der Welt, wenn man die Bibel, Gottes wahrhaftiges Wort, nicht hat und ihren Wert nicht erkennt. Sie weist uns den Weg zu Gott; wie wir Vergebung für unsere Sünden durch Seinen Sohn Jesus Christus erhalten und dadurch Frieden mit Gott schließen können. Die Bibel ist uns ein sicherer Führer durch die Zeit. Gottes Wort ist unfehlbar; von jedem, der suchend ist, wird Gott sich finden lassen. Simon Petrus hat damals Jesu Wahrhaftigkeit erkannt und antwortete Ihm auf Seine Frage, ob sie (die Jünger) Ihn auch verlassen wollten: "Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens." Joh 6:68.

Möchtest Du auch diesen Schatz besitzen, welcher von unschätzbarem Wert und unvergänglich ist? Ein Schatz, der nicht gestohlen werden oder an Wert verlieren kann? Dieser Schatz ist Jesus Christus. Du, liebe Seele, bist geschaffen, diesen Schatz finden zu dürfen. Deine Seele ist wertvoll! Verspiele sie nicht! Die Zeit eilt und wird immer schneller eilen. Jetzt ist noch Gnadenzeit - wer weiß wie lange noch. Darum achte auf den Ruf: "Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, verstocket eure Herzen nicht (...)." Hebr 3:15.

Und Jesu Zusage ist gewiss: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen." Joh 6:37 und "(...) ihr werdet Ruhe finden für Eure Seele." Mt 11:29.

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Die Suche nach wirklicher Zufriedenheit im christlichen Leben

Jeder Mensch hat das Bedürfnis ein glückliches Leben zu führen, denn ohne diese Glücksgefühle wäre es unfreundlich, unangenehm und grau. Das Glücklich sein ist mit einem Wohlbefinden, Freude und Zufriedenheit verbunden. Mir liegt es auf dem Herzen nicht über kurzdauernde Glücksgefühle, die man zum Beispiel beim Empfang eines Geschenkes empfindet, sondern über Freude und Zufriedenheit zu sprechen, die uns das ganze Leben begleiten können. Hauptsächlich werden wir uns im folgenden Text den Nebenwegen zuwenden, die nur vermeintlich zum Glück führen.

Tief im Gedächtnis sind mir die Bilder von Ludwig Richter geblieben. Sie zeigen den Alltag der Deutschen im 19. Jahrhundert. Zu sehen sind Szenen aus dem Familienalltag der Bauern: Frauen mit Kindern, Männer, die von der Feldarbeit zurückkehren und andere Menschen, wobei mehrere eine glückliche und zufriedene Ausstrahlung haben, obwohl sie nur ein bescheidenes Leben führen. Daraus kann man erkennen, dass Reichtum und Vergnügen nicht zu innerem Glück führen, sondern die Gewissheit das Richtige im Leben getan zu haben. Wie übereinstimmend sind diese Bilder mit den Worten im Buch Prediger 3:14-15: "Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun. Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes." Auch Apostel Paulus hat in 1. Tim. 6:8 festgestellt: "Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen."

Es gibt unangenehme Dinge, die leider auch über uns kommen und uns unglücklich machen, wie Missgeschick und Rückschläge, Krankheit und Tod, Untreue und Hass. Obwohl man in dieser Situation ausharren und überwinden müsste, versucht der Mensch einen Seitenweg einzuschlagen und die Realität zu ignorieren oder von ihr mit Berauschungen zu fliehen. Dies können häufig angewandte Mittel wie Alkohol und Drogen sein, aber auch das Ausüben einer Tätigkeit bis zur äußersten Erschöpfung. Andere wiederum versuchen aus jedem Tag einen Festtag zu machen um sich abzulenken. Leider lassen sich innere Probleme dadurch nicht lösen. So schreibt auch der fromme Spitta:

»Wie bleibt bei allem Überflusse
der Kopf so hohl, das Herz so leer!
Wie ziehet hinter dem Genusse der ekle Überdruss einher!
Man prasst und schwelgt und wird nicht satt,
man ruht sich aus und bleibt doch matt! «

Folglicherweise ist der Kummer für eine begrenzte Zeit vergessen, aber das Verlangen des Herzens kann dadurch nicht ersetzt werden. Der Mensch ist oft nicht ehrlich mit sich selbst: was nicht verändert werden kann, wird aus dem Bewusstsein verdrängt.


Wie ähnlich ist es im geistlichen Leben! Wir als Christen sind glücklich, wenn wir die Gebote befolgen, die uns zu unserem Wohl vom allwissenden Schöpfer gegeben sind. Viele wiedergeborene Christen können dem zustimmen und man findet es auch so in der Schrift im 112. Psalm, Vers 1: "Halleluja! Glücklich der Mann, der den HERRN fürchtet, der große Freude an seinen Geboten hat!" Ebenso schreibt David im Psalm 119,1: "Glücklich sind, die im Weg untadelig sind, die im Gesetz des HERRN wandeln." Und weiter finden wir in Jesu Bergpredigt mehrere Seiner Seligpreisungen. Fest steht, dass die innere Zufriedenheit mit der Gewissheit verbunden ist, dass man Gott wohlgefällig lebt.

Manche glauben, dass sie nach der Bekehrung ein unbekümmertes, ruhiges Leben erwartet. Aber im geistlichen Leben hat Gott uns verordnet, einen Kampf zu führen. "Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen!" (1. Tim. 6,12) Doch wie unangenehm und schmerzhaft ist es, dem eigenen "Ich" und den eigenen Wünschen abzusagen; sich selber einer Erziehung zu unterstellen und Jesus nachzufolgen! Man will gerne Jesus ähnlicher werden, aber dann müsste man mit Lieblingsgewohnheiten brechen und eigene Anschauungen korrigieren! Man will sich gerne mehr Zeit zum Gebet und Bibellesen nehmen, aber immer wieder schieben sich andere "wichtigere" Aufgaben dazwischen, die erledigt werden müssen. Man will jemanden Liebe erweisen, aber man stellt fest, dass Zeit und Geld geopfert werden müssen. In frommen Büchern findet man Begebenheiten, die als Vorbild dienen und man würde gerne ebenso handeln, aber auf die Bequemlichkeit und den gewohnten Komfort mag man nicht verzichten.- Wenn immer wieder nach dem Willen unserer eigensüchtigen Natur und nicht nach dem Geist gehandelt wird, sind Enttäuschung und Klagen das tägliche Lied. Man wird dadurch unglücklich und versucht sein Gewissen durch andere Taten zu beruhigen, merkt aber nicht, dass man sich selbst betrügt und einen Nebenweg betritt, der nicht zu dem richtigen Ziel führt.

Ein weiteres Problem im christlichen Leben kann mit dem Unmut der Israeliten in der Wüste verglichen werden. Da ekelte es den Israeliten der von Gott gegebener Manna an. Obwohl sie gesund war, so weinten sie doch und wollten "die Fische, Melonen und Zwiebeln" aus Ägypten schmecken (4. Mo. 11). In der heutigen Zeit ziehen manche die koffeinhaltige Cola der gesunden Milch vor, da diese nach ihrer Meinung besser schmeckt und zu einem gesteigerten Wohlbefinden führt. Im geistlichen Leben begnügt man sich nicht mit dem Wort Gottes, sondern sucht sich eine Steigerung: schlichte Freudigkeit, Friede und Dankbarkeit wird durch übertrieben lautes Singen und Klatschen aufgebläht. Aber dieser Nebenweg führt nicht zur Herzensruhe.

So mancher hat einen guten Anfang gemacht: Nach der Wiedergeburt entsteht eine Liebe zu dem Nächsten, ein Drang verlorene Seelen zu Gott zu führen. Doch mit der Zeit wird das Feuer der Liebe immer schwächer und bald durch den Gegenwind der Verachtung, des Unverständnisses oder anderen Widerwärtigkeiten zum erlöschen gebracht. (Luk. 8:13) Dem Verlangen nach hohen Idealen steht eine Ablehnung zum Dienen und sich zu erniedrigen gegenüber. Für das Fleisch ist es viel angenehmer sich mit einer Tätigkeit zu beschäftigen, die Ehre und Erfolg einbringt, als durch die wahre Nachfolge Jesu verachtet und wie ein Verlierer dazustehen. Angenehmer ist es zum Essen eingeladen zu sein, als andere zu bedienen. Angenehmer, von allen Achtung und Respekt zu genießen, als übergangen und übersehen zu werden (Joh. 12:43). Wer zu Hause in der Familie nicht ein Licht sein kann, der gibt sich wenigstens äußerlich schick angezogen in dem Versammlungshaus als ein braver Christ aus. Ein moderner Pharisäer könnte gut mit dem von Jesus aufgeführten Pharisäer mithalten, welcher im Tempel seine Vorzüge und Verdienste aufzählte (Luk. 18:11.12). Man will sich Christ nennen, aber nicht sein Kreuz auf sich nehmen und Jesus nachfolgen. Man fühlt sich im eigenen Verhalten bestätigt, wenn viele in der Gemeinde das gleiche tun und beruhigt sich damit. Der Feind unserer Seele ist mit diesem Selbstbetrug sehr zufrieden! Auch diese Nebenwege führen ins Leere!

Apostel Paulus warnt in 1. Thess. 5:7: "Denn die da schlafen, schlafen bei Nacht, und die da betrunken sind, sind bei Nacht betrunken". Wir sollen aber nicht denen gleichen, die da "schlafen, betrunken, bei Nacht" sind, sondern ehrlich die eigenen Fehler bekennen und später alles mit Gottes Kraft in Ordnung bringen. Wenn wir wie David Gott bitten "Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken!" (Ps. 139:23), dann können wir klar und deutlich unsern geistlichen Zustand sehen. Schenken wir unser Herz dem Herrn Jesus, dann können wir unser Herz durch den Glauben rein erhalten. Denn "In seiner Macht hat er uns alles geschenkt, was wir zu einem Leben in liebevoller Ehrfurcht vor Gott brauchen..." (2. Petr. 1:3 NeÜ) Und das macht einen Christen wirklich glücklich!

W. E.

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